Einsatz Karditsa Eva Geilfuss

Reisebericht Karditsa (17.03.2011 – 20.03.2011)

Desto näher der Termin des Abfluges rückte desto nervöser wurde ich… zwar arbeite ich jetzt schon länger für den Verein und man bekommt dadurch natürlich auch viele schlimme Dinge mit – jedoch erfährt man diese ja immer irgendwo aus der Ferne und selbst da berührt es einen schon zutiefst. Demnach hatte ich schon einige Ängste es dann einmal aus nächster Nähe mitzuerleben. Auf der anderen Seite aber möchte man auch einmal alles sehen und miterleben um einfach auch nochmal ein ganz anderes Gefühl zu bekommen und man auch die Tierschützer vor Ort viel besser verstehen kann .
Bei der Ankunft am Düsseldorfer Flughafen spürte man die Anspannung von jedem einzelnen aber vor allem auch einen großen Zusammenhalt im Team - denn wir hatten ja alle das gleiche Ziel… wir wollten so viel wie es nur irgendwie möglich ist in der kurzen Zeit schaffen um Evi und den Hunden dort zu helfen!!!
Mit diesem klaren Ziel vor Augen und mit einem mulmigen Gefühl im Bauch hob der Flieger dann auch ab in Richtung Griechenland….
Am Flughafen Thessaloniki trafen wir auf Kosta, der sich gemeinsam mit uns auf den Weg nach Karditsa machte. Es war eine lange Autofahrt und wir waren alle schon ziemlich kaputt – doch die innerliche Nervösität hielt einen während der ganzen Zeit immer wach! Nach 4 Stunden Autofahrt trafen wir in Karditsa auf Evi und es war eine große Freude das wir nun alle zusammen waren.
Schnell wurde im Hotel eingecheckt und dann sind wir noch in eine kleine Taverne zum Essen gefahren. Nach dem Essen sollten wir alle aber auch schon einen tiefen Einblick in das alltägliche Leben von Evi und Kosta in Griechenland erhalten…
Ich glaube ab diesem Zeitpunkt fingen wir alle an einfach zu „funktionieren“ – das klingt vielleicht komisch aber jedoch war es bei mir so - und dieser Zustand hielt dann auch unaufhörlich bis Sonntag an! Wir alle gaben von da an alles was wir konnten ohne drüber wirklich nachzudenken! Sei es bei der Rettung der Welpen, beim Termin mit dem Bürgermeister, beim Wiederaufbau im Tierheim oder bei der Versorgung/Pflege der Hunde….
Wir haben in der kurzen Zeit viele schlimme aber auch einige ganz tolle Eindrücke bekommen… und für mich waren die Situationen wovor man in Deutschland noch die meiste Angst hatte (verletzte Hunde, ausgesetzte Welpen etc.) irgendwie zu handeln, ich konnte Fassung bewahren wo ich nicht gedacht hätte sie bewahren zu können. Vielmehr waren es die ganz kleinen Momente die einem für kurze Zeit den Boden unter den Füssen weggerissen haben - wie z.B. als ich mit Kosta im Auto fuhr und er mir ein Lied vorspielte und mir dann erklärte das er diesen Song immer hörte wenn er zu einem „Einsatz“ wegen einem verletzten Hund o.ä. fährt – denn der Song würde ihm die nötige Kraft geben! Oder auch die Art von Evi mit dem Bürgermeister zu sprechen…obwohl man es erst mal aufgrund der Sprache nicht verstehen konnte so hat man die Emotionen gespürt und dies ging sehr unter die Haut! Am Freitag wurde ja eine Hündin, die vom Auto angefahren wurde, von den Tierschützern geborgen und zum Tierarzt gebracht. Sie hatte einen eingewachsenen Strick um den Hals und alles deutete darauf hin, dass sie geflohen ist und dann wahrscheinlich vor lauter Panik auf die Straße gerannt ist und vom Auto erfasst wurde.
Abends beim Essen habe ich dann zu Kosta gesagt das ich es so traurig finde, dass sie nun endlich ihre Freiheit erhalten und dann diesen Unfall hat… darauf hin meinte Kosta nur:
„Besser nur für einen Tag frei sein – als ein Leben lang in so einer Gefangenschaft“
Dies waren für mich die Momente die mir am meisten zugesetzt haben. Denn da hat man einfach am meisten verinnerlicht was die Tierschützer vor Ort jeden Tag leisten und welches Schicksal die Tiere oft tragen!!!
Alles in allem kann ich für mich sagen:
Ich war dort zusammen mit einem super Team!
Ich bin an meine Grenzen gegangen, habe alles gegeben und gemeinsam mit den anderen eine Menge geschafft!
Ich habe einen Eindruck und ein Gefühl für das Leben vor Ort bekommen!
Und ganz weit vorne habe ich Hunde kennengelernt die trotz schlimmer Vergangenheiten, schlimmer Haltungsbedingungen, schlimmer Verletzungen u.v.m. einfach nur unglaublich tolle, stolze, liebenswerte und einfach nur dankbare Charaktere sind!

DAFÜR lohnt es sich auch in der Zukunft weiter zu kämpfen!!!


Eva

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