Einsatz Karditsa Manfred Müller

Erfahrungen und Eindrücke von der Reise nach Griechenland

Unser Hilfsteam flog am 17.03.2011 um 12:50 h von Düsseldorf ab.
Ich war gespannt,was uns erwarten würde,es war meine erste Reise nach Griechenland
und die Situation vor Ort ist auf Bildern immer schwer einzuschätzen.
Und im nachhinein geben Bilder bei weitem nicht die wahre Realität wieder.Das haben wir in den nächsten
Tagen erfahren können.

Nach einem ruhigen Flug sind wir pünktlich in Thessaloniki gelandet.Wir wurden schon von Kostas ,der für diese Tage die das Team
in Karditsa geholfen hat und dafür seine Tiere, die er versorgt, in Kavala alleine gelassen hat,am Flughafen erwartet
und so sind wir mit zwei Fahrzeugen nach Karditsa gefahren.

Evi nahm uns dort herzlich in Empfang und alle waren froh,endlich vor Ort zu sein.Nach dem einchecken im Hotel
( Überraschung...Evi hatte uns allen einen kleinen Willkommensgruß auf dem Zimmer hinterlegt) haben wir noch in einer
kleinen, gemütlichen Taverne zu Abend gegessen.

Danach sind wir mit Evi und Kostas zu verschiedenen Stellen gefahren,wo Hunde gefüttert wurden.
Dabei haben wir am Straßenrand einen kleinen Welpen gesehen und bei näherer Betrachtung
gleich vier weitere Welpen in einem Verschlag.Kurzer Hand wurde alle Welpen mitgenommen
und zu Evi gebracht.
So hatte uns gleich der erste Abend das beschert,was sonst nur auf der Homepage zu lesen ist.
Ein langer Tag mit vielen Eindrücken ging in der Nacht zu Ende.

Nach einem guten Frühstück ging es am zweiten Tag zu dem Termin mit dem Bürgermeister
von Karditsa.Evi und Kostas schilderten die Lage im Tierheim eindrucksvoll und baten um Unterstützung.
Der Bürgermeister hatte sich auch vorbereitet und hörte interessiert zu.Er stellte Hilfe in Aussicht,bat
aber um Verständnis erst einmal kleine Schritte anbieten zu können.Dies wurde von Evi,Kostas und uns
allen, erleichtert aufgenommen.

Die Situation ,die wir dann im Tierheim antrafen war sehr beeindruckend und schnürte uns allen erst einmal
den Atem ab.
Sofort gingen wir ans Werk....Ärmel hoch und los.
Die Männer haben handwerklich zugelangt und die Mädels waren in Sachen Reinigung in vollem Einsatz.
Es wurde geputzt und gewienert was das Zeug hielt,aber am Ende auch ein fünf Sterne Zustand sichtbar ;-)
zwischendurch war immer noch Zeit Millionen Streicheleinheiten an die Tiere zu verteilen,was alle sichtbar genossen,
Mensch und Tier.
Wir Männer haben Zäune wieder hergerichtet,neue Schlösser für die Hütten angebracht und die neuen Hütten die
gespendet wurden, aufgebaut.Tore zu den verschiedenen Zugängen und Parzellen der Tiere wurden ausgebessert und neu befestigt.
Holzkisten wurden gebaut, in denen auch die Decken und warmen Unterlagen für die Hunde geschützt lagern können.
Einen alten Schuppen haben wir total entkernt,gesäubert und dort einen Lagerraum für die ankommenden Spenden
hergerichtet.Nebenbei konnten wir noch Plätze in diesem neu errichteten Lager für Hunde schaffen.
Im Gelände ausgelegte Paletten sollten dafür sorgen,das die Hunde nicht im nassen laufen mussten.

Martin lernte Leroy kennen und die beiden haben sich sofort gut verstanden,wie man so schön sagt :Liebe auf
den ersten Blick.Im April darf Leroy nach Deutschland in sein neues Zuhause.... natürlich bei Martin.

Bei allem Einsatz und vielen Stunden Arbeit die wir dort alle gerne geleistet haben,ist aber am Ende
noch ein langer Weg,vieles ist noch Verbesserungswürdig und wichtige Hilfe auch aus Deutschland unverzichtbar.
Das was von den Helfern täglich in Karditsa geleistet wird ist unermeßlich und ohne Hilfe für Evi ,alleine nicht zu schaffen.
Es fehlt doch noch an vielem für die Tiere,aber es war erst schon einmal schön,in diesen Tagen vieles wieder hergerichtet ausgebessert,erneuert und geschaffen zu haben.

Dann lernten wir die traurige Seite kennen,die für die Helfer vor Ort fast alltäglich ist.Ein angefahrener
Hund wurde gemeldet und sofort ging es auf die Suche nach ihm.Es war ein schlimmer Anblick,sichtbare
und unsichtbare Verletzungen mußten dem Tier schmerzen bereiten.Wir haben das Tier vorsichtig ins Auto
getragen und sofort ging es zum Tierarzt.Hoffentlich hat die Hündin es überlebt....


Am Abend vor der Abreise wurden noch die Hunde ,die am Sonntag mit nach Deutschland geflogen sind,
reisefertig gemacht.

Es war eine eindrucksvolle und Eindruck hinterlassende Reise,die wohl jeder auf seine Art verarbeiten muss,
aber für die Hilfe,die die Tiere und Evi dort noch brauchen,auf jeden Fall wiederholenswert.