Das Glück wieder zuhause zu sein...

Eigendlich sollte dieser Bericht eine Überschrift haben wie zB „ Die Reise nach Patras“ , oder ähnliches.
Doch nachdem Sie meinen Bericht gelesen haben verstehen Sie sicher meinen Titel – er ist der einzig Richtige.

Alles begann mit unserem Flug nach Athen Anfang Juli.
Wir packten wie üblich unsere Koffer, das ein oder andere Medikament musste mit, ebenso jede Menge Hundefutter- jedes Pfund Freigepäck wurde ausgenutzt;-)

Vorfreude? Nicht wirklich...schon Tage vorher drehte sich mir der Magen um bei dem Gedanken was auf mich zukommt- aber es war nötig.

Angekommen in Athen traf uns vor der Türe des Flughafens der Schlag: mörderische, feuchte Hitze schlug uns entgegen...
Wir nahmen sofort den ersten Bus der uns und das Gepäck zur nächsten Busstation bringen sollte- Dauer ca 1 Std.


Angekommen an der Busstation standen wir in der prallen Sonne- Hitze die wir kaum
aushielten...Gepäck auf einen Wagen geladen und ab zum nächsten Bus- ein komfortabler Reisebus zum Glück! Denn dieser fährt an die 2 Stunden bis Patras...


Da wir noch ca 30 min Zeit hatten bis zur Abfahrt versorgten wir uns an einem Kiosk mit
Erfrischungen...
Und schon startete der Alptraum: vor dem Geschäft lag ein vermeindlich alter, grauer Hund.
Inmitten der Busse und all dem Dreck lag er da.
Bei näherem Hinsehen stellte sich heraus dass dieser Hund kaum 2 Jahre alt sein musste- und eigendlich weiß war!!!


Wir suchten nach einem Gefäß um ihm Wasser geben zu können...da gesellte sich ein junger Mann zu uns und brachte einen Becher...
Er erzählte uns dass dieser Hund so ein lieber Junge wäre, er versucht ihm immer etwas zu geben, streichelt und kümmert sich um ihn.
Dieser junge Mann ist allem Anschein nach drogensüchtig und hält sich oft an diesem Bahnhof auf aber was kümmert das den armen Hund- er wird versorgt so gut es geht!


Auf diesem Bild ist rechts ein Grieche zu sehen- als er vorbei ging und sah dass wir diesen Hund streichelten blieb er angewiedert stehen und sagte: „ den könnt Ihr doch nicht anfassen- der stinkt!“
Maria ist sehr schlagfertig und antwortete ihm „ Du stinkst auch!“
Nebenbei bemerkt stimmte das;-)

Wir verabschiedeten uns traurig von dem armen Hund, der uns natürlich nun auf Schritt und Tritt verfolgte...mit der Hoffnung, dass sich vielleicht irgendwo auf dieser Welt auch für ihn ein Platz findet , und er nicht bis an sein Lebensende in diesem Dreck und Gestank der Abgase leben muss...

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Nach über 2 Stunden mit dem Reisebus kamen wir in Patras an.
Katherina, eine Tierschützerin aus Patras , holte uns ab und nahm uns mit zu sich nach Hause. Sie und ihr Mann Leonidas waren so lieb und ließen uns bei sich wohnen;-)
Ihr Haus stellte sich als Alterswohnsitz für Hunde heraus;-)

Wundervolle, alte Hunde begrüßten uns und wichen uns von da an nicht mehr von den Beinen;-)
Der unglaublich liebe und anhängliche Jimmy ( Setter) , ca 16 Jahre alt...
Die ca 14 Jahre alte, kuschelige Ira ( Jagdhund Mix)...
Ein 22 !!! jähriger, alter Hund im Hinterhof- Blind, taub, fast steif...aber er dreht täglich seine Runde...
Eine 18 jährige, alte Hündin, ebenfalls taub. Und Lisa, eine kleine Griffonmix Hündin von ca 8 Jahren- ihr hatte man das Becken zertrümmert.
Bei Katherina und Leonidas dürfen sie alle leben, und zwar ein gutes und liebevolles Leben.


Am Abend gab's dann natürlich ein erstes Essen am Strand, und Tierschutzgeschichten wurden ausgetauscht...
Ich habe viele Fragen beantwortet was unsere Vermittlungen angeht, Verträge für die Hunde usw...
Die griechischen Tierschützer waren sehr interessiert und haben auch mir viel erzählen können.

Katherina und Leonidas sind als Vogeltierschützer bekannt, sie päppeln oft Jungvögel auf ( zuletzt Eulenkinder;-) . Momentan haben sie aber eine kleine Fledermaus da die regelmäßig ihre Ziegenmilch bekommt...
Erstaunliche Menschen, sie haben mich sehr beeindruckt.

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Am nächsten Tag besuchten wir Stavroula- eine Pflegemama die oft Hunde für uns aufnimmt bis sie ausreisen können.
Die kleine Liza und auch Suzy warten dort noch auf einen Flug, wir hoffen dass sich irgendwann auch Familien für sie finden.
Beide Mädchen sind wirklich toll;-) Nur etwas dick, weil Stavroula es zu gut meint...


Von dort aus starteten wir eine Tour ins Hinterland.
Die erste Station war ein Autohof von Zigeunern.
Diese Leute hatten Stavroula um Hilfe gebeten für einen Dobermannwelpen den sie nicht behalten könnten- als wir diesen Welpen ansehen wollten sahen wir uns einem Kalb von Pitbull gegenüber,-)
Ein ganz netter, riesiger Kerl...Ohren kupiert- en junger Hund ohne Chance:-(
Daher habe ich keine Fotos gemacht, es war einfach zu deprimierend...
Stavroula konnte ihm nur schnell etwas Wasser geben , denn er lag natürlich an der Kette und hatte weder Wasser noch Futter.
Sie versprach sich zu bemühen ihn irgendwo innerhalb Patras' zu vermitteln...wir werden sehen...
Als nächste Station zeigte sie uns eine Baracke...lautes Hundegebell schallte heraus und eine Hundenase drückte sich durch einen Schlitz...


Rechts, hinter der Baracke freute sich ein sehr, sehr ängstliches Mädchen wie verrückt, weil Stavroula sie immer versorgt und Wasser und Futter mitbrachte.


Stavroula erzählte uns dass die arme Maus dort wartet um Babies zu bekommen, dieser Mann, dem
die Hunde wohl gehören, verkauft die Welpen gerne an Jäger...
Wenn die Hündinnen „nicht brauchbar“ sind werden sie halt entsorgt!
Ich habe sie „Panda“ genannt, irgendwie erinnerte mich der arme Hund an einen Panda...
Leider ist Panda derart verängstigt dass sie nicht die besten Vermittlingschancen hat- dennoch hoffe ich darauf dass sich für sie ein Platz findet- auf kurz oder lang wird auch sie ausgesetzt werden...
Die anderen Hunde, in der Baracke...sie konnte ich mir nicht ansehen, aber es muss ein furchtbares Leben sein dort drinnen, in dieser Hitze und der Dunkelheit:-(((
Einer seiner Hunde, zuletzt ausgesetzt weil zu „nichts nutze“ kommt nun täglich zu Stavroula und holt sich sein Futter und seine Schmuseeinheiten ab: Tito.


Später beim Tierarzt trafen wir Litsa...


Ein junger Mann, Nickos, hat sie seit längerem gefüttert, sie aber nicht von der Straße wegnehmen können...und so ist passiert was passieren musste: ein Auto hat sie erwischt und ihr Hinterbein verletzt...
Sie wurde noch am gleichen Tag operiert und wird hoffentlich wieder ganz gesund...es wird ihr nur nicht viel nützen wenn sie wieder auf die Straße muss...
Dann machten wir uns auf zum Strand- vielleicht erinnert sich der ein oder andere: im letzten September wurden dort 11 Hunde vergiftet und erschlagen:-(
Und nun hat derselbe Mann, der auch schon damals die Hunde dort hingebracht hatte, wieder 2 Hunde angebunden...
Das erste Bild was sich mir zeigte war gruselig...ein sehr beklemmendes Gefühl, mit dem Gedanken an all die armen Hundeseelen die dort ihr Leben verloren hatten...


Vielleicht erinnert sich auch jemand an den toten Welpen der damals dort von Maria fotografiert wurde...
Niemand hat ihn je weggenommen von dort, und so zeugen seine Überreste von dem grausigen Massaker .


Ein Haufen Knochen, etwas Fell und der Schädel- das ist alles was übrig geblieben ist von diesem wunderschönen, kleinen Hund- der das ganze Leben hätte vor sich haben können:-(((
Eine Hündin und ein Rüde waren dort angebunden:


Nachdem Stavroula die armen Seelen versorgt hatte und wir einen Sack Futter dort ließen für Stavroula's Freunden- die die Hunde täglich versorgt, verließen wir ohnmächtig den Ort...
Was sollte man tun? Der Rüde ist sehr ängstlich und ließ mich nichts gegen die Zecken auftragen, bei der Hündin war das kein Problem...
Unsere Hoffnung blieb dass wir anhand der Bilder vielleicht Familien finden die sich einer der Hunde annehmen könnten...
Von dort ging es direkt zu dem Arbeitsplatz des Mannes, der die Hunde dort immer aussetzt. Maria hat ihn vor versammelter Kollegschaft ( alle kamen aus ihren Büros;-))) zusammengefaltet!
Er arbeitet als Beamter , das war sicher sehr unangenehm;-)
Einen Tag später war die Hündin plötzlich verschwunden, er scheint sie weggebracht zu haben...wohin??? keiner weiß es.
Seit kurzem wissen wir dass er eine andere Hündin mit an seinen Arbeitsplatz genommen hat und sie dort Welpen bekam, inmitten von Dreck zwischen Müll auf dem Hinterhof...
Was tat es gut nach so einem Tag zurück zu Leonidas und Katherina zu dürfen, in ihre kleine Idylle mit den steinalten Hunden...die nur darauf warteten sich von uns beschmusen zu lassen...
Die sich freuten und uns nicht mehr von der Pelle wichen,-)))
Wundervolle Hunde die solch ein Glück haben- in Griechenland bei solch lieben Menschen alt
werden zu dürfen...

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Dem nächsten Tag begegnete ich schon am frühen Morgen mit Grausen...
Es sollte in Rena's Hundelager gehen und die Hitze warf mich schon um 8 Uhr um.
Das Lager liegt oben auf einem Berg- der Sonne gnadenlos ausgesetzt ist man dort. Wenige Bäume spenden Schatten, aber auch im Schatten ist es brütend heiß...kein Lüftchen weht :-(
Doch der Alptraum begann schon früher – als uns Rena mit ihrem Wagen abholte...
Ich will nicht viel über diese Frau schreiben, ich kann auch nicht weil es mich zu sehr anwidert.
Nur soviel dazu : meiner Meinung nach ist sie einfach krank.
Sie baut sich ihre eigene Welt und glaubt daran- sie glaubt daran dass sie die beste Tierschützerin der Welt ist, sie glaubt daran dass es nie ein Tier so gut hatte wie bei ihr, sie glaubt an den Nikolaus...
Ich kann mit Worten nicht ausdrücken wie man sich fühlt wenn sie einen freudestrahlend in den Arm nimmt, in die Augen schaut und sagt: Danke Susanna, danke für meine Hunde...
Und Du musst sie anlächeln, das Lächeln gefriert in Deinem Gesicht und Du möchtest ausspucken...
Der Magen dreht sich um und Du ekelst Dich vor dieser Berührung...
Diese Hände, die so viel Leid verursachen und verursacht haben...
Die so viele Hunde schon in den Tod geschickt haben und und und...
Aber da musste ich durch- ich musste sie anlächeln, ihre Küsse ertragen und ihre Reden anhören...
Denn ich will, wie wir alle, diese Hunde dort herausholen...
Im Eingangsbereich begrüßten uns Wera, Pablo, Zaxos , ein Bruder von Miko und das Schaf...



Die Hitze war unerträglich, wir verweilten einen Moment bei den Hunden im Schatten, den vor uns lag nur Sonne...
Selbst der Schatten war unerträglich...
Aber die Hunde waren so nett, sie vertrieben für kurze Zeit die Traurigkeit und die schlimmen Gefühle.
Doch irgendwann musste es weitergehen, so viele Hunde warteten auf uns und schauten uns mit großen Augen an...
Den Gang runter sah ich Kenny und Sania, und Kouklina.


Alle 3 bildschön ;-) Kenny ängstlich, er bellte und wollte nicht angefasst werden...
Die anderen beiden waren sehr anhänglich und dankbar für jede streichelnde Hand,-)
Rechts von uns Karis, Tarzan, ein armer Schäfermix mit einer großen Schwellung an einem Kniegelenk , ein Pitbull Mix und Frankie.


Auf der linken Seite Otsalan, der arme Hund ist schon älter und hat einen Zwingerkoller, er dreht sich ständig im Kreis und versucht sich die Zeit zu vertreiben indem er die Katzen fixiert...
Neben ihm Barba, ein trauriges, ruhiges Mädchen, sie hat sich in ihr Schicksal ergeben ...die Stille ist unheimlich...
Dann kamen wir in den Hauptteil.
Das „Zimmer der traurigen Hunde“ habe ich es genannt, ein Raum in dem hauptsächlich kleinere, ältere Hunde leben.
Alle ,ohne Ausnahme, machen den Eindruck als vegetieren sie nur noch vor sich hin...
Lebensfreude??? Glanz in den Augen???
Nicht bei einem einzigen:-(
Sie blickten uns an, aber ich fühlte mich teilweise als schauten sie durch mich durch, melancholisch , sie haben aufgegeben und warten auf den Tod.





Ich weiß- jeder einzelne dieser Hunde wird wieder einen Glanz in den Augen haben...
Sie haben dort nichts vom Leben zu erwarten und es scheint als wissen sie es.
Momentan haben sie sich aufgegeben, aber das kann sich ändern- ich bin sicher!
Dennoch, in diesem Augenblick rutscht mir das Herz in die Hose und ich muss mich zusammenreissen um nicht loszuweinen...
Vor lauter Trauer um diese armen Seelchen:-(
Der nächste Raum...
Ein liebes Rottimädchen ohne Chance, ebenso ein altes Pitbulmädchen- beide ohne Chance je nach Deutschland zu kommen...zum dahinsiechen verurteilt.



Eine Hündin mit einem Faustgroßen Tumor unter dem Bauch...


Kylie, die aus ihrem Zwinger gelassen wurde und sich unter dem Bett versteckt hatte weil sie nicht wieder zurück in die Hitze wollte...


Sie wurde an den Beinen herausgezerrt...ich musste meinen Mund halten:-(((
Kuki, eine alte Pekinesin , blind und bissig...


diese arme Maus soll angeblich von Zigeunern mit einem Holzscheit verprügelt worden sein, sie haben ihr über den Kopf geschlagen...
Sie hat eine Behinderung zurückbehalten und der Kopf sitzt schief...so eine nette, arme Maus...


Doch das Schlimmste stand uns noch bevor...


Das „dunkle Zimmer“...
Was mich dort erwartete verschlug mir den Atem, schon das erste Bild der Hundenase, die gierig die Luft einatmet und zu den Besuchern will...
Der Geruch , die Hitze und das Wissen was mich erwartete...
Diese Hündin schockierte mich- sie war nur Haut und Knochen, der Bauch schwer und sie sah für mich hochträchtig aus...
Leider verstarb sie noch einen Tag vor unserer Abreise, wir hatten sie auf die Liste der zu behandelnden Hunde gesetzt- leider zu spät:-(


Die nackte Hündin , sie war sicher einmal bildhübsch...hat ein blaues und ein braunes Auge und ist aufgeschlossen, anhänglich...liebebedürftig...
Beim Streicheln ihrer nackten, verschrumpelten Haut konnte ich meine Tränen kaum zurückhalten...aber ich musste...
Nein- ich ekelte mich nicht vor ihr...ich ekelte mich vor dem, was ihr angetan wurde- das es so weit hatte kommen müssen!!!


Belinda, wie ich sie genannt hatte- sie ist der einzige Hund in diesem Raum der „gesund“ aussieht, sie hat die besten Chancen...die Hündin daneben...ich denke das braucht keine Worte...


Dort mussten wir schnell wieder heraus, die Hitze warf uns fast um...
Auch draußen all die anderen Hunde...Kouklinos und Thanasis gaben uns kurzfristig wieder Mut und Freude...ebenso Mona- Hunde die das „Lachen“ noch nicht verlernt hatten...



Also verweilten wir ein wenig und füllten die „Batterien“ auf , ehe wir uns wieder zu den anderen armes Seelen aufmachten...
Lena, die kleine Pekinesendame mit der schlimmen Haut, Schwester von Rambo und Katherina...


Stolze Rena mit dem kleinen Nouri...


Dann aber kam etwas für mich völlig unerwartetes, schockierendes...
Rena zeigte uns Harry.
Harry war alleine in einem Käfig, mitten in einem der Zimmer. Ein ganz süßer Spatz, er freute sich so uns zu sehen, stellte sich auf seine Hinterbeinchen und fing an mit den Vorderpfoten „bitte-bitte“ zu machen...
Er rührte mein Herz ..in all dem Dreck uns Gestank dieses kleine Kerlchen...
Plötzlich schaltete Rena das Radio auf volle Lautstärke , ging zu Harry in den Käfig und zeigte uns stolz und völlig ausgelasen wie schön dieser kleine Hund tanzen kann.
Ja- sie tanzte mit ihm , fröhlich und lustig...und mir wurde schlecht.
Es grenzte an Perversion und ich hatte das Gefühl ich müsse schreiend weglaufen!!!
Sie anschreien, den Hund freilassen, das Radio ausstellen!!!
Es kam mir vor als tanze sie auf hunderten von Gräbern, neben lebenden Leichen!!!
Was tat ich? Ich lächelte und klatschte Beifall.
Und ich schämte mich vor mir selbst...
Trotz Hitze hatte ich eine Gänsehaut nach der anderen und hatte das Gefühl mich sofort waschen zu müssen, alles abzuwaschen ...nicht den Dreck der Hunde die ich umarmt hatte, nicht meinen Schweiss...
Nein, den Dreck der Lügen und der Perversion der ich dort begegnet bin.
Lange hielten wir es dort nicht mehr aus, denn es ging Maria ebenso, und so drängelten wir zur Abreise. Es war einfach nicht mehr zu ertragen.
Mein letzter Blick dort zeigt wie schön es dort sein könnte, wäre es nicht ein riesengroßer
Friedhof...


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Nachdem wir das Lager verlassen hatten zeigte uns Rena noch was für ein toller Tierschützer sie ist...
Ich will es ihr auch nicht absprechen, dass sie irgendwann einmal die besten Vorsätze hatte, dass sie vielleicht einfach die Realität nicht mehr sehen konnte und das tut, was sie glaubt tun zu müssen umden Tieren zu „helfen“ ...
Sie zeigte uns einen Friedhof, auch auf „ihrem“ Berg.
Dort lag eine kleine Katze auf den Stufen der Treppe, als wir sie anfassen wollten sprang sie sofort weg und legte sich auf ein Grab.
Nach Rena's Erzählungen hat die Katze dieser Frau , die dort liegt, gehört. Als sie starb kam auch die Katze mit auf den Friedhof und liegt nun tagaus, tagein dort.
Rena scheint sie zu füttern und mit Wasser zu versorgen...eine deprimierende Geschichte...


Ein Stückchen weiter, um die Ecke, hat ein Jäger immer Hunde.
Ein Hund ist angekettet und steht in der prallen Hitze...Rena sagte sie bringt ihm täglich Wasser.


Der andere ist in einer Art Verschlag, ebenfalls ohne Wasser und Futter. Das Einzige um ihn herum sind seine eigenen Exkremente - kaum ein Fleck der frei davon wäre...


Das ist Hundehaltung in Griechenland.
Ein dahinvegetieren in Hitze, Langeweile und Einsamkeit.
Auf blankem Boden oder in einer Tonne.
Warten bis das „Herrchen“ kommt und einen holt, zum Jagen oder auch einfach nur um mal ein paar Agressionen los zu werden.
Was soll's – der Hund ist einfach froh über jede Aufmerksamkeit und freut sich geduckt über jeden Zuspruch.
Am Abend luden uns andere Tierschützer aus Patras ein in ihr Ferienhaus.
Familie Peristeris, Mary und Jorgio.
Sehr engagierte und intelligente Menschen, es war uns eine Freude zu sehen wie ihre Hunde und Katzen leben...
Alle werden wie kleine Prinzen und Prinzessinnen gehalten;-)
Im Garten liegen der Reihe nach alle bisher gestorbenen Hunde, 4 an der Zahl. Jeder hat ein eigenes, kleines Grab und der geliebte Pudel hängt sogar als Ölgemälde dort;-)
Etwas übertrieben, aber das zu sehen nach Rena's...krasser hätte der Gegensatz nicht sein können.


Unendliche Ruhe dort in den Bergen, kühle Nachtluft, nette und intelligente Menschen die darüber diskutieren was man verbessern könnte um den Tierschutz in Griechenland voran zu treiben. Die Menschen aufzurütteln und die Wurzel des Übels zu beseitigen.
Einfach Aufatmen...
Ganz normale Welt- auch in Griechenland – wie schön dass es das gibt, ab und zu...

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Die Fahrt nach Karditsa...

Früh um 6 war es soweit, Maria's Cousine war so nett und hat es auf sich genommen uns 4 Stunden nach Karditsa zu kutschieren, und dann wieder 4 Stunden zurück.
Auf diese Fahrt freuten wir uns sehr, hatten wir doch gehört wie schön es bei Evi ist...leider erzählten mir die Griechinnen dass es dort, im Tal Thessaloniki, noch viel, viel heisser wäre als an der Küste...nunja- es wr nicht zu ändern.
Und so ging es los.
Schon nach den ersten 10 Minuten kam mir fast das kleine Frühstück wieder hoch...mitten auf der Brücke ( Autobahn) lag ein ausgewachsender Husky...totgefahren, in die Mitte des Fahrstreifens geflogen...
In diesen 4 Stunden Fahrt haben wir auf den Straßen weitere Tiere gesehen, mind. 4 Babyfüchse...eine Katze...und was das Schlimmste war:in Karditsa angekommen konnte Bobby ( Penelope- Maria's Cousine) gerade noch einem totgefahrenen Welpen ausweichen welcher mitten auf der Straße lag...
Ein wunderschöner Welpe...als ich mich umdrehte sah ich wie alle nachkommenden Autos nicht auswichen- nein, sie überrollten das arme Tier- einer nach dem anderen- ohne jegliche Skrupel...
Bobby weinte und schimpfte- nie wieder wollte sie hierher, über diese Straßen und all das sehen:-(
Endlich erreichten wir Evi's Tierheim. Unser erster Blick fiel auf 3 Hunde die draußen vor dem Tierheimtor herumliefen.
Wunderschöne Tiere!



Es waren Cosmo und eine andere Hündin, die sich der Dritten, Penelope
angeschlossen hatten.

Penelope war bereits 3 x !!! in Karditsa vermittelt, immer haben sie die Leute wieder zurückgebracht weil sie nicht zum Aufpassen taugte...sie ist zu lieb und zu bewegungsfreudig...
Dieses mal hat sie wohl ihren Weg zurück selbst gefunden.
Ein wirklich gut geführtes, ordentliches und schönes Tierheim! Wäre da nicht sie unerträgliche Hitze...
Bei unserem Besuch zeigte das Thermometer über 45 Grad im Schatten.
Was das für die Hunde bedeutet dürfte jedem klar sein...
Evi hat sicher an die 100 Hunde, sie erzählte uns dass sie das Wasser für die Tiere jede Stunde auswechseln müssten, ansonsten fängt es an zu kochen.
Ich konnte mich kaum bewegen, der Schweiß lief in Strömen und Maria und ich waren dem Kollaps nah...
Daher ist es mir nicht wirklich gelungen alle Hunde kennenzulernen, es ging einfach nicht!
Doch Einzelne stachen heraus und ich konnte sie fotografieren und anschließend auf der website vorstellen.
Evi hat sehr viele behinderte Hunde bei sich, alle diese dürfen bei ihr leben, kein Hund wird eingeschläfert wenn es nicht nötig ist.
Gerade da müssen wir helfen, damit weitere Notfälle eine Chance haben bei ihr leben zu dürfen!
Mir fiel dieser Rüde ins Auge:


Ein sehr großer und schwerer Hund, sicher an die 40 kg...
Ihm fehlt ein Hinterbein, das ist natürlich fatal für so einen Riesen...
Ein bildschöner Hund, er wollte mit mir spielen und animierte mich durch das Gitter, leider ist er sehr wackelig und fiel des öfteren fast um weil er das Gleichgewicht schlecht halten konnte...
Dann kam Nick und er hat mich einfach umgehauen;-)
Bildlich gesprochen!
Ein ganz, ganz wundervoller, fröhlicher und lieber Hund, verspielt , verschmust- es war als sagte er mir „Nimm mich...bitte!!!“
Er war erst wenige Tage im Tierheim, Evi hatte ihn auf der Straße gefunden mit einem zerschmetterten Vorderbein.


Er wurde sofort operiert, nun hat er einen Nagel im Bein der irgendwann wieder raus muss. Aber schon nach 10 Tagen setzte er den Fuß wieder etwas auf, es sieht ganz gut aus dass es wieder abheilt .
Selbst wenn nicht- wer diesen Hund zu sich nimmt hat einen 6er im Lotto;-)
Die kleine Jenny...eingekringelt lag sie dort in der Hitze, kein Hund hatte wirklich Lust sich zu bewegen;-)
Eine ganz süße, kleine und liebe Maus...


Der kleine Rocky, rausgeworfen von seiner Familie weil er alt würde...etwas „neues“ musste her...
Ein kleiner Schatz...


Die blinde Wula, jung, aber doch macht sie den Eindruck eines alten Hundes...ängstlich vor der Hand des Menschen...warum??? Gute, dass wir manches nicht wissen...


Ein geistig behinderter, junger Hund...
Die Haut krank, der Geist der eines kleinen Welpen...aber sehr liebenswert;-)


Dieses kleine Pudelmächen, gerade aufgefunden mit einem ( warscheinlich) gebrochenen Hinterbeinchen, völlig verfilzt und verwarlost...


Die Hunde aus Rena's Lager, alle haben sich toll gemacht, nicht mehr viel ist zu sehen von den geschundenen Kreaturen...alle sind fröhlich, die Augen glänzen und das Fell wächst...alle Wunden heilen, auch die seelischen...



Dann Sky, der völlig verängstigte, junge english Setter...wir mussten ihn hinter dem Ofen hervorzerren weil er sich in großer Panik dort versteckt hatte.
Aber ich wollte ein Foto- für seine Chance ins Leben!
Ein wundervoller, armer Hund. Sein Besitzer ( Jäger natürlich...) hatte ihn rausgeworfen weil er nicht zur Jagd taugte...
Wie viele Schläge hat er wohl einstecken müssen um so verängstigt zu sein?????????


Der kleine Bambino...er hatte sich einen Tag zuvor das Pfötchen in der Türe eingeklemmt ...ein liebes, kleines Kerlchen...


Das sind nur einige wenige Hunde, von all den wunderbaren Tieren die dort auf ein neues Zuhause warten...
Evi hat unsere Unterstützung verdient.
Sicher macht sie auch nicht immer alles richtig, aber sie ist lernfähig und gibt sich so viel Mühe...
Dann machten wir uns auf Um Vas und seine Freunde auf der Straße zu treffen.
Über alle 3 Hunde, Kiriakos, Vas und Zina- gibt es nicht, aber auch gar nichts negatives zu berichten...
Alle 3 sind wahre Traumhunde, die Familien, die diese Hunde einmal bekommen werden können sich mehr als glücklich schätzen;-)


Auf dem Rückweg zeigte sie uns noch Roulis...
Ein kleiner, etwas größer als ein Yorki, Rüde- an einer Kette...mitten im Nirgendwo.
Wir mussten ein Feld überqueren, bei Höllenhitze hat es uns fast das Hirn herausgebrannt!!!
Und da sitzt dieser junge, agile Hunde jeden Tag, jede Nacht.
In der Hitze, ohne Futter , ohne Wasser, ohne sozialen Kontakt.
Der kleine Mann hat sich fast umgebracht als wir näher kamen, er ist derart auf und ab gesprungen dass ich Angst hatte er erwürgt sich mit der schweren Kette:-(
Was er da macht? Er soll ein paar Hühner und Schweine bewachen die dort in dem Schuppen sind vor dem er angebunden ist...selbst die Hühner sind größer als er!!!!!!!!!
Griechischer Unsinn...Was soll denn der Zwerg da ausrichten???


Zum Abschluss und um uns etwas zu erfrischen machten wir uns auf an einen künstlichen See, dort wehte zumindest ein warmer Wind;-)


Wir machten uns wieder auf den Weg nach Patras...ein laaaaanger Weg über die Berge.
Zwischendrin, mitten auf den Bergstraßen, muss wohl ein Feuer ausgebrochen sein...
Uns kamen ständig Feuerwehrautos entgegen und ehrlich gesagt bekamen wir es schon mit der Angst...nach den Bildern vom letzten Jahr!!!
Von weitem sahen wir dass eine Passtraße gesperrt war ud ich hoffte inständig dass es nicht unsere war- und es war glücklicherweise eine andere Straße, wir konnten unbehelligt weiterfahren.
Dennoch- die zahlreichen Hubschrauber, die vielen Feuerwehrautos...da kann es einem doch anders werden!
Alles in allem war es ein sehr anstrengender aber lohnenswerter Tag.
Es war mir wichtig zu sehen wo die Hunde herkommen. Und ich kann nur sagen dass dieses Tierheim für griechische Verhältnisse wirklich vorbildlich geführt wird.
Alle Angestellten sind sehr bemüht, gehen liebevoll mit den Tieren um und tun ihr Bestes- was sicher bei den Temperaturen oft an Grenzen stösst...

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Am nächsten Morgen machten wir uns auf und ließen uns mit dem Auto am Tierheim absetzen...
Traurige Gestalten überall um das Tierheim herum:-( An fast jedem Baum sitzen zwischen Müll und Autos tolle Hunde...
Die Ratten dazwischen sind fast größer als die Hunde- schrecklich...
Leider sind mir die Fotos abhanden gekommen, es werden aber Neue folgen...
Ein wunderschöner Pointer mit einer Backe die aussah als wüchse ihm ein zweiter Kopf da heraus!
Auf unsere Nachfrage wurde uns gesagt dass seit Tagen ein wilder Hund dort herumlaufe der einfach nicht eingefangen werden könne...der hätte diesen armen Kerl schon 3x gebissen!
Naja, ein Tierarzt wäre ja nicht schlecht! Ich hoffe es hat sich mittlerweile jemand gekümmert!
Andere, tolle Hunde. Jederzeit kann jedermann dort irgendeinen Hund losmachen oder mitnehmen..
Dann- 2 kleine Welpen liefen uns unter die Füße!
Sie waren angeblich erst zu viert, einer wäre schon verschwunden, einer gestorben...die beiden seien übrig.
Einfach frei herumlaufend, zwischen den Autos und der Hauptstraße rechts!
Kurzerhand haben wir uns die beiden geschnappt, sie zum Tierarzt und dann in eine Pension gebracht.
Jeder einen auf dem Arm durch die Mittagshitze kilometerweit geschleppt, Flöhe krabbelten mir den Hals hoch und der Geruch bei der Wärme – alles nicht angenehm aber lebensnotwendig für die Mäuse!


Am Mittag beim Mittagessen:
Die Besitzerin des Restaurants kennt Stavroula und erzählte ihr dass ihr Mann gestern einen Collie Mix Welpen in seinem Garten gefunden hat, ihn erst mit Hilfe des Wasserstrahls aus dem Garten
vertreiben wollte- und als das nicht geklappt hat den Welpen dann mit dem Schlauch verprügelt hätte...
Mir blieb das Essen erstmal im Hals stecken – alles was ich sagen konnte war: „ich nehme sie mit!“
Weder habe ich sie gesehen noch konnte ich mir etwas darunter vorstellen- aber egal...dort konnte die Kleine keinesfalls bleiben...
Tage später beim Tierarzt habe ich sie dann das erste mal gesehen und ihr den Namen „Lilly“ gegeben.


Diese Pension von der ich eben sprach...das ist in Griechenland ein Zoogeschäft.
Für ein paar Tage kann man das machen, Hunde kurzfristig unterbringen, aber für mehr als eine Woche ist das absolut nicht möglich...
Es sind kleine Boxen in denen die Hunde ausharren- nicht schön, aber sicher...
Trotzdem konnte ich mich kaum zurückhalten als ich all die armen Tiere in diesem heissen Geschäft gesehen habe...
Kätzchen in Meerschweinchenkäfigen, ein Pekinesenwelpe im Schaufenster...andere Welpen im Verkaufsraum und natürlich jede Menge anderer Tiere: Vögel, Echsen...
Mich hat's geschüttelt.
Aber an diesen Tatsachen werden wir kaum etwas ändern:-(


Alles in allem muss ich leider sagen dass mich all diese Erfahrungen ( und dieser Bericht erzählt nur einen kleinen Teil von dem was ich Lügen, Beschimpfungen, Intrigen erleben musste) noch mehr verbittert bin.
Über das, was sich Tierschutz nennt, über das, was in Griechenland sich tagtäglich auf den Straßen abspielt und in den Häusern...
Was den Tieren angetan wird ist unbeschreiblich. Was der Natur angetan wird ebenso.
Es gibt keinen Sinn für Naturschutz, Ordnung, Sauberkeit.
Der Müll liegt überall gleichmäßig verteilt- die wunderschönsten Orte sind verdreckt und verschandelt- falls sich nicht gerade Touristen in der Nähe finden...
Menschen drehen sich angewidert weg wenn ein „Streuner“ ihren Weg kreuzt, sie verhalten sich als laufen ihnen Ratten über die Füße und qietschen vor Ekel.
Es ist furchtbar wenn man an Mülltonnen vorübergeht und automatisch schon lauscht ob sich da drin etwas bewegt oder jammert- es könnte ja sein dass Hundekinder oder Katzenbabies darin liegen...
Wieder auf deutschem Boden gelandet hatte ich nur ein Gefühl : was hatte ich für ein Glück wieder zuhause zu sein !!!
Auch hier ist nicht alles Gold was glänzt, auch hier gibt es Unrecht an den Tieren!
Aber es ist nicht im mindesten damit zu vergleichen wie es in Griechenland zugeht, nicht im mindesten...