TRACES - Verantwortung statt Grauzone
 
 
Viele haben den Begriff TRACES schon einmal gehört - doch was steckt eigentlich dahinter?
TRACES 
(TRAde Control and Expert System) ist ein europaweites elektronisches Kontrollsystem für den Tierverkehr. Es dient der lückenlosen Überwachung und Dokumentation von Tiertransporten innerhalb der EU sowie in die EU hinein und aus der EU heraus. Das System vernetzt Veterinärämter, Grenzkontrollstellen und zuständige Ministerien und stellt sicher, dass Tiertransporte tierschutzkonform, nachvollziehbar und rechtssicher durchgeführt werden. TRACES wurde am 31.12.2004 offiziell in der Europäischen Union eingeführt. Seit dem 01.08.2014 ist der Transport von Tieren durch Auslands-Tierschutzvereine gesetzlich verpflichtend über TRACES abzuwickeln. Alles andere ist ein Verstoß gegen geltendes Recht.
 
Wie arbeiten wir bei TiNG mit TRACES?
Jeder Hund wird vor seiner Ausreise vollständig in TRACES registriert. Erfasst werden unter anderem Chip- und EU-Passnummer, Herkunfts- und Bestimmungsland, zukünftiger Aufenthaltsort sowie das genaue Transportmittel mitsamt der Dauer der Fahrt. Einige Tage vor der Ausreise wird der Hund dem zuständigen Amtsveterinär in Griechenland vorgestellt. Dabei werden die Angaben mit dem Pass und tierärztlichen Gesundheitszeugnis abgeglichen und der Gesundheitszustand erneut überprüft. Anschließend erfolgt die offizielle Freigabe in TRACES. Nach der Ankunft in Deutschland wird die Übernahme des Hundes durch das zuständige Amtsveterinäramt dokumentiert. Die Daten werden im Vorfeld zur Kontrolle übermittelt. TRACES stellt damit eine enge und transparente Zusammenarbeit zwischen Veterinärämtern, Tierschützern und Transportunternehmen sicher.
 
Warum wir Flugpatenschaften konsequent ablehnen?
Sogenannte Flugpatenschaften bewegen sich häufig in einer rechtlichen Grauzone. Dabei wird der Hund formal als „Eigentum“ des Flugpaten deklariert, um den Transport als privat und nicht als gewerblich erscheinen zu lassen. Genau damit wird TRACES bewusst umgangen. TRACES dient nicht nur der Registrierung des Hundes, sondern auch der Legitimation und behördlichen Prüfung der verantwortlichen Organisation. Diese Prüfung entfällt bei Flugpatenschaften vollständig – es gibt keine Kontrolle der Organisation, keine behördliche Nachvollziehbarkeit und keine rechtliche Absicherung. Der Transport entzieht sich damit jeder offiziellen Überwachung.
Was vielen Helfern nicht bewusst ist: Der Flugpate gilt in diesem Moment rechtlich als Besitzer des Hundes. Das bedeutet: Bei Krankheiten, gefälschten oder fehlerhaften Pässen, fehlenden Impfungen oder Dokumenten sowie bei behördlichen Kontrollen trägt nicht die Organisation, sondern der Flugpate selbst die volle rechtliche Verantwortung. Im schlimmsten Fall drohen hier hohe Bußgelder, die Beschlagnahmung des Hundes und Strafanzeigen wegen illegalen Tiertransports. Menschen, die eigentlich helfen wollen, geraten so völlig unverschuldet in ernsthafte rechtliche Schwierigkeiten.
Zusätzlich besteht ein nicht zu unterschätzendes Risiko darin, einen Hund einer Person anzuvertrauen, die seine Ängste, Unsicherheiten oder sein Verhalten nicht kennt. Bei Kontrollen müssen Hunde teilweise aus der Transportbox geholt werden – eine Situation, die selbst für erfahrene Menschen herausfordernd sein kann. Wie soll ein Laie in diesem Moment einen panischen Hund sicher halten, der vor Angst aggressiv nach vorne geht? Solche Situationen können schnell eskalieren. Genau deshalb überlassen wir Transporte ausschließlich erfahrenen und geschulten Mitarbeitern. Bei der Sicherheit von Mensch und Tier darf schließlich nicht am falschen Ende gespart werden.

Warum ist TRACES so wichtig?
In den vergangenen Jahren kam es leider immer wieder durch unseriöse Akteure im Tierschutz zur Einschleppung von Tierseuchen. Noch heute finden Transporte ohne TRACES, unter mangelhaften Bedingungen und ohne ausreichende Kontrollen statt. Wir stehen für legalen, kontrollierten und verantwortungsvollen Tierschutz. Wir sind der klaren Überzeugung: Der Schutz der Tiere - und auch der Menschen, die sie aufnehmen - ist nur mit vollständiger Kontrolle möglich. TRACES bietet eine maximale Transparenz, eine rechtliche Absicherung, eine kontrollierte Vorsorge und eine klare Abgrenzung zu unseriösen Praktiken. Bereits seit 2008 arbeiten wir - lange vor der gesetzlichen Verpflichtung - daher bereits freiwillig nach diesen strengen Richtlinien. Weil echter Tierschutz eben auch Verantwortung bedeutet. 
 
 

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