Mittelmeerkrankheiten – sachlich & verständlich erklärt

 

Allgemeine Informationen

Alle unsere Hunde ab einem Alter von 8 Monaten werden vor ihrer Ausreise auf die sogenannten Mittelmeerkrankheiten getestet. Trotzdem gilt: Kein Test bietet eine 100-%-Garantie. Infektionen können sich zeitverzögert entwickeln oder in sehr frühen Stadien noch nicht nachweisbar sein. Lassen Sie Ihren Hund daher ca. 3 Monate nach Ankunft in Deutschland erneut beim Tierarzt testen. Bei Welpen erfolgt der Test altersentsprechend ab etwa 8 Monaten. 
Jede Krankheit kann therapiert werden, aber man sollte darüber Bescheid wissen. Wenn man nicht behandelt, kann jede Krankheit tödlich enden - gleiches gilt bei den Mittelmeerkrankheiten. Ein Irrglaube ist, dass sich diese Infektionen auf den Mittelmeerraum beschränken. Inzwischen hat sich durch die Klimaerwärmung die Sandmücke oder aber auch die Zeckenart, bereits hier in Deutschland angesiedelt. Bei Verdacht auf eine Infektion sollte man also auch einen Hund in Deutschland testen lassen!

Wichtig beim Laborergebnis: Ein positiver Antikörper-Titer bedeutet nicht automatisch, dass der Hund krank ist oder jemals erkranken wird. Er zeigt lediglich, dass das Immunsystem Kontakt mit dem Erreger hatte. Viele Hunde bleiben ein Leben lang symptomfrei und benötigen von daher keine Behandlung. 

Mittelmeerkrankheiten sind kein Ausschlusskriterium für ein langes, gutes Hundeleben. Entscheidend sind nur die Transparenz, realistische Aufklärung, tierärztliche Begleitung und im Bedarfsfall regelmäßige Kontrollen. Wir informieren offen und stehen Ihnen vor und nach der Adoption immer beratend zur Seite.


Leishmaniose

Übertragung:
Leishmaniose wird ausschließlich durch den Stich der Sand-/Schmetterlingsmücke übertragen.

Art:
Parasitäre Infektionserkrankung

Wichtig zur Einordnung:
• Übertragung des Erregers erfolgt nicht von Hund zu Hund (Ausnahme: Deckakt, Bluttransfusion)
• In Deutschland ist eine Ansteckung in sehr begrenzten Regionen und Bedingungen ebenfalls möglich.
• Ein Hund mit positivem Titer ist nicht automatisch behandlungsbedürftig.
• Behandelt wird nur bei klinischen Symptomen, nicht allein aufgrund eines Laborwertes.

Mögliche Symptome (können auch andere Ursachen haben):
• Gewichtsverlust, Hautveränderungen
• Müdigkeit, Durchfall
• Nasenbluten, Krallenwachstum
• Haarausfall um die Augen (Brillenbildung)
• Einreißen der Ohrränder
• Appetitlosigkeit
• Fieber

Behandlung: 
• Die Erkrankung ist nicht heilbar 
• Bei akuten Symptomen ist Leishmaniose jedoch gut behandelbar (z. B. mit Allopurinol, Leisguard, Miltefosin).
• Regelmäßige Blut-Kontrollen sind ein Leben lang wichtig.
• Wegen der Gefahr der Bildung von Xanthinsteinen ist unter Allopurinol eine purinarme Ernährung notwendig

Buchempfehlung:
"Leishmaniose beim Hund"

Weiterführende Infos: 
www.leishvet.info
www.parasitosen.de
www.hundefutter-tests.net


Dirofilariose (Herzwurm / Hautwurm)

Übertragung: 
Durch Moskitas bzw. Stechmücken.

Art:
Filariosen, verursacht durch Fadenwürmer (Dirofilaria immitis / Dirofilaria repens), die endoparasitisch leben.

Wichtig zur Einordnung:
• Mikrofilarien → Larvenstadien im Blutkreislauf
• Makrofilarien → adulte Filarien, die sich am Herzen, sowie an der zur Lunge führenden Arterien ansiedeln
• Filariose kann auf unterschiedliche Weise nachgewiesen werden (Blutprobe, ELISA-Test, Herzultraschall)
• Übertragung des Erregers erfolgt nicht von Hund zu Hund (Ausnahme: Deckakt, Bluttransfusion)

Mögliche Symptome (können auch andere Ursachen haben):
• Atemnot, Kurzatmigkeit
• Leistungsabfall
• Chronischer Husten
• Blutarmut (Anämie)
• Blasse Schleimhäute
• Würgen, Erbrechen

Behandlung:
• Spot-On Präparat bei Mikrofilarien
• Antibiotikum plus Immiticide-Spritzen bei Makrofilarien
• Therapie gemäß Guideline der American Heartworm Society

Weiterführende Infos: 
www.parasitosen.de
www.hundefutter-tests.net


Ehrlichiose

Übertragung: 
Durch braune Hundezecke Rhipicephalus sanguineus (auch in Deutschland zunehmend relevant).

Art:
Parasitäre Infektionserkrankung

Wichtig zur Einordnung:
• Es wird nach einer akuten Ehrlichiose (1-3 Wochen) und einer chronischen Ehrlichiose unterschieden
• Bei der Krankheit sind die Symptome nicht immer klar erkennbar und bleiben daher eher unauffällig

Mögliche Symptome (können auch andere Ursachen haben):
• Fieber, Abgeschlagenheit
• Zahnfleisch-/Nasenbluten
• Petechien (winzige, rote bis violette punktförmige Einblutungen in Haut und Schleimhäuten)
• Blutbildveränderungen
• Durchfall, Bauchschmerzen
• Erbrechen
• Blähungen

Behandlung: 
• Antibiotika (z. B. Doxycyclin)

Weiterführende Infos: 
www.parasitosen.de
www.hundefutter-tests.net


Babesiose

Übertragung:
Durch Zecken

Art:
Parasitäre Infektionserkrankung

Wichtig zur Einordnung:
• Die Krankheit wird im Volksmund auch "Hunde-Malaria" genannt
• Babesien befallen die roten Blutkörperchen und zerstören diese.
• Der Erreger wird unterschieden zwischen Babesia canis oder Babesia gibson.

Mögliche Symptome (können auch andere Ursachen haben):
• Hohes Fieber
• Schwäche, dunkler Urin
• Blasse Schleimhäute im Maul und an den Augen
• Starke Abmagerung

Behandlung: 
Subkutane Imidocarb-Injektion (z.B. Carbesia-Spritze)

Weiterführende Infos: 
www.parasitosen.de
www.hundefutter-tests.net


Giardien (keine Mittelmeerkrankheit)

Giardien sind weltweit verbreitet und kein typisches Auslandsthema. Aufgrund der Lebenssituation unserer Hunde sind sie jedoch ebenfalls wichtig.
 

Übertragung:
• Durch verunreinigtes Wasser im Napf oder Pfützen.
• Durch Lecken und Schnüffeln an infiziertem Kot oder mit Tierkot kontaminiertem Gras.
• Enger Kontakt mit bereits infizierten Artgenossen (z.B. in der Hundeschule, HuTa, im Hundefreilauf).
• Von der Mutter auf ihren Nachwuchs.

Art:
Parasiten

Wichtig zur Einordnung:
• Auch symptomlose Hunde können Zysten der Giardien ausscheiden und somit unerkannt übertragen
• Besonders Welpen oder immungeschwächte Hunde sind betroffen.
• Standard-Wurmkuren helfen nicht gegen den Befall, da Giardien Einzeller und keine Würmer sind

Mögliche Symptome (können auch andere Ursachen haben):
• Wenig Appetit
• Gewichtsverlust
• Abwechselnd normaler Kot und starker Durchfall (teilweise mit Blut oder Schleimüberzug)
• Lustlosigkeit

Behandlung: 
• Medikamente wie Fenbendazol (z.B. Panacur) oder Metronidazol
• Gute Hygiene-Zustände

Weiterführende Infos: 
Giardien beim Hund - Kleintierpraxis Ralph Rückert



 

 

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