Agapi - ein schwerer Fall von Tierquälerei

25.01.2026

Was wir gestern aus Griechenland erfahren haben, gehört mit zu den Fällen, die wir wohl niemals vergessen werden. Trotz jahrelanger Tierschutzarbeit sind wir zutiefst schockiert – und ehrlich gesagt auch erschüttert darüber, wozu Menschen fähig sind!!!

Am Morgen erhielt unsere Tierschützerin Evi Thanou einen Anruf von einer Spaziergängerin. Sie hatte auf einem Feld einen Hund verzweifelt heulen gehört, konnte das Geräusch zunächst aber nicht lokalisieren, da die Umgebung von Ästen und Gestrüpp durchzogen war. Schließlich fand sie einen angebundenen Welpen, völlig hilflos, und bat sofort um Hilfe, da sie nichts bei sich hatte, um ihn zu befreien.

Innerhalb weniger Minuten war Evi vor Ort. Je näher sie den Schreien kam, desto größer wurde das Entsetzen: Das etwa drei Monate alte Hundemädchen war mit einem Männergürtel direkt an einem Baumstamm fixiert, zusätzlich war ihr Hals mit einem Seil angebunden, sodass sie sich nur wenige Zentimeter bewegen konnte. Doch damit nicht genug: Die rechte Vorderpfote und der linke Hinterlauf waren ebenfalls mit einem Strick zusammengebunden. Die kleine Maus war vollständig bewegungsunfähig. Ausgeliefert. Wehrlos.

Sie verstand dennoch sofort, dass man ihr helfen wollte und beruhigte sich augenblicklich. Sie kooperierte völlig ruhig, und gemeinsam mit der freiwilligigen Helferin Kris Tsiamoura und ihrer Finderin konnte sie schließlich befreit werden. Sie erhielt den Namen Agapi – benannt nach der Dame, die sie gefunden hatte (Agapi bedeutet auf deutsch "Liebe"). Und Liebe war in diesem Moment das Einzige, was sie am Leben hielt:

Agapi wurde umgehend in die Tierarztpraxis von Rania Sakarikou gebracht. Dort folgte der nächste Schock: Bei der Untersuchung zeigte sich deutlich, dass ihr Analbereich massiv verletzt und missbraucht worden war. Ob dafür ein Gegenstand oder ein Genital verwendet wurde, ist aktuell noch unklar. Alle vor Ort vorhandenen Beweise wurden gesichert und es wurde Anzeige bei der Polizei in Karditsa erstattet. Die Ermittlungen laufen. In Zusammenarbeit mit Dimitrios Dukas, Professor der Veterinärmedizinischen Fakultät Karditsa, werden derzeit alle notwendigen medizinischen und forensischen Untersuchungen durchgeführt, um den Missbrauch eindeutig zu dokumentieren. Wir warten auf die abschließende tierärztliche Stellungnahme.

Wir verurteilen diese perverse und grausame Tat auf das Schärfste!!! Und wir fragen uns mit großer Sorge, wie oft Ähnliches geschieht, ohne dass jemand hinsieht oder eingreift. Agapi lebt nur, weil jemand nicht weitergegangen ist, hingehört und sofort gehandelt hat. Unser tiefster Dank gilt Αγάπη Σούφλα, die stehen blieb und Hilfe holte, sowie Kris Tsiamoura, die sofort half, dieses kleine Leben zu retten. Ohne sie hätte Agapi einen langsamen und qualvollen Tod erlitten.

Unser dringender Appell daher: Wenn Sie in Griechenland sind - bitte schauen Sie nicht weg. Bitte ignorieren Sie keine Schreie, kein Jaulen, keine verdächtigen Situationen. Wer zu solchen Taten gegenüber einem wehrlosen Tier fähig ist, stellt eine Gefahr für die gesamte Gesellschaft dar! Wenn Sie Hinweise haben oder etwas Verdächtiges beobachtet haben, wenden Sie sich sofort an die Polizei oder an die lokalen Tierschutzorganisationen.

Agapi ist jetzt in Sicherheit. Doch das, was ihr angetan wurde, darf nicht folgenlos bleiben. 


13.02.2026

Update zu Agapi, unserem kleinen Wunder auf vier Pfoten

Die kleine Agapi hat in den vergangenen Tagen Unvorstellbares erlebt. Die Ergebnisse der veterinärmedizinischen Untersuchungen liegen inzwischen vor, und bestätigen, dass sie Opfer schwerster Gewalt wurde. Selbst erfahrene Fachleute sprechen von einem der erschütterndsten Fälle, den sie je gesehen haben. Der Fall wurde inzwischen durch ein Fernsehinterview unserer Tierschützerin Evi landesweit in Griechenland bekannt (ab Minute 52:52):

Aktuell befindet sie sich in Sicherheit im Zuhause ihrer Retterin, gemeinsam mit deren Familie. Dort bekommt sie genau das, was sie jetzt am dringendsten braucht: Ruhe, Geduld, sanfte Zuwendung und ganz viel Liebe. Und diese Liebe zeigt Wirkung: Agapi geht es von Tag zu Tag besser. Sie benötigt keine Medikamente und hat bereits ihre erste Impfung erhalten. Anfang März steht die zweite Impfung an — danach wird sie bereit sein, in ein eigenes Zuhause umzuziehen. Agapi beginnt bereits vorsichtig zu spielen und zeigt freundliches Verhalten. Gleichzeitig ist ihre Angst weiterhin deutlich spürbar. Plötzliche Bewegungen, neue Menschen, laute Stimmen oder unbekannte Situationen verunsichern sie weiterhin stark. Eine geplante Unterbringung in eine private Pflegestelle musste abgebrochen werden, da Agapi beim Anblick der für sie "fremden Person" in Panik geriet und vor Angst schrie. Deshalb bleibt sie vorerst in ihrer vertrauten Umgebung, wo sie sich sicher fühlt - auch wenn unsere Tierschützerin kaum Kapazitäten hat, wird sie natürlich alles tun, um Agapi bestmöglich zu unterstützen. -> zum Video1 & Video2.

Viele Menschen in Griechenland möchten Agapi adoptieren, doch es wurde sich bewusst entschieden, die Vermittlung unserem Team hier in Deutschland anzuvertrauen. Denn für diesen besonderen Hund braucht es eben auch ein ganz besonderes Zuhause: ruhig, ländlich, kinderlos, geduldig, sehr erfahren im Umgang mit traumatisierten Hunden und voller Verständnis. Agapi braucht Menschen, die nichts von ihr erwarten - außer dass sie einfach da sein darf. Trotz allem sieht man in ihren Augen nicht nur Angst, sondern inzwischen auch Hoffnung und Lebensfreude. Hoffnung darauf, dass ihr Leben nicht durch das geprägt wird, was ihr angetan wurde, sondern durch das, was noch vor ihr liegt: Sicherheit, Geborgenheit und echte Liebe. 

Wir werden alles daransetzen, genau diese Familie für Agapi zu finden - und uns die Zeit nehmen, die es braucht, um genau die richtigen Menschen für sie auszuwählen. Denn nach allem, was sie erlebt hat, verdient sie nichts weniger als ein sicheres, liebevolles Zuhause für immer. Wir bitten ausdrücklich darum, derzeit von Adoptionsanfragen abzusehen. Sobald Agapi bereit für die Vermittlung ist und wir mit der Suche nach einem passenden Zuhause beginnen, werden wir dies öffentlich bekannt geben.


14.03.2026

Die Vermittlung von Agapi startet

Unsere süße Agapi ist ab sofort in unserer Vermittlung unter den Welpen/Junghunden zu finden: 


Hier sind Videos von der, inzwischen nicht mehr ganz so kleinen Maus, zu sehen: 
° Update von Agapi (Griechenland / 31.03.26)
° Agapi in ihrer Pflegestelle I (Griechenland)
° Agapi in ihrer Pflegestelle II (Griechenland)
° Agapi in ihrer Pflegestelle III (Griechenland)


13.05.2026

Agapi auf Öl

Agapis Schicksal hat in den vergangenen Wochen unzählige Menschen tief berührt... nicht nur in Griechenland, sondern auch hier in Deutschland (über 2,2 Millionen Aufrufe bei Instagram, 24.000 bei Facebook sowie ca. 13.000 bei YouTube). Viele von Ihnen haben mit ihr gelitten, gehofft, geweint und mitgefiebert. Die kleine Hündin mit den großen Augen wurde für viele zum Sinnbild dafür, wie grausam Menschen sein können - aber gleichzeitig auch dafür, wie viel Mitgefühl, Liebe und Schutz es auf dieser Welt noch gibt. Besonders bewegt hat uns die Nachricht von Vera Unland, einer Künstlerin, die Agapis Geschichte nicht mehr losgelassen hat. Um das Erlebte auch für sich selbst zu verarbeiten, begann sie damit, ein Öl-Portrait von Agapi zu malen. Und was dabei entstanden ist, hat uns sprachlos gemacht.

Mit unglaublich viel Gefühl und Tiefe hat sie Agapis Blick eingefangen, diesen stillen Ausdruck zwischen Angst, Verletzlichkeit und dennoch einem kleinen Funken Vertrauen. Ein Blick, der direkt ins Herz geht. Ergänzt wird das Bild durch einen weißen Ring, der symbolisch für Schutz steht - den Schutz, den jedes Lebewesen verdient hätte:

Wir möchten uns von Herzen bei Vera bedanken!!! Nicht nur für dieses außergewöhnliche Kunstwerk, sondern auch dafür, dass sie ihre Kunst nutzt, um Aufmerksamkeit für Tierschutz, Mitgefühl und den Schutz der Schwächsten zu schaffen. Das Portrait wird aktuell in ihrer Galerie ausgestellt, damit es weitere Menschen emotional berühren kann.

Uns fehlen ehrlich gesagt die Worte dafür! Aus einem Schicksal voller Gewalt und Grausamkeit entstehen plötzlich Menschlichkeit, Kunst, Aufmerksamkeit und Hilfe. Vielleicht ist genau das das Einzige, was wir solchen Taten entgegensetzen können: Nicht wegsehen. Nicht schweigen. Und gemeinsam dafür sorgen, dass aus Leid wenigstens Hoffnung entstehen kann.

Von Herzen Danke an die wundervolle Künstlerin Vera Unland für dieses unglaublich berührende Kunstwerk ❤️

P.S. Agapi hat ein ganz wundervolles Zuhause gefunden und wird am 16.05.2026 endlich umziehen.


03.06.2026

Evi & Agapi im griechischen Fernsehen

Agapis Schicksal hat nicht nur in Deutschland für große Betroffenheit gesorgt. Auch in Griechenland löste ihr Fall eine Welle der Anteilnahme aus und bewegte Menschen weit über die Grenzen von Karditsa hinaus. Die grausame Misshandlung der kleinen Hündin sorgte landesweit für Entsetzen und wurde von mehreren Medien aufgegriffen. Kurz nach ihrem Fund berichtete bereits der griechische Fernsehsender SKAI.gr über den Fall und machte auf das Leid aufmerksam, das Agapi ertragen musste. Nun gab es ein weiteres Fernsehinterview, in dem unsere Tierschützerin Evi über Agapis Entwicklung berichten konnte. Dabei sprach sie nicht nur über die dramatischen Umstände ihrer Rettung, sondern auch über den langen Weg zurück ins Leben, die Fortschritte der kleinen Hündin und ihre Vermittlung nach Deutschland.

Für uns ist es ein wichtiges Zeichen, dass Agapis Geschichte nicht in Vergessenheit gerät. Sie steht stellvertretend für viele Tiere, die Opfer von Gewalt werden und deren Schicksal oft unentdeckt bleibt. Gleichzeitig zeigt sie aber auch, was möglich ist, wenn Menschen nicht wegsehen, sondern handeln. Heute steht Agapi nicht mehr nur für das erlittene Leid, sondern auch für Hoffnung, Mitgefühl und die Chance auf einen Neuanfang.

Das vollständige Interview können Sie hier ansehen: -> Interview Skai-Griechenland.

Dass ein regionaler Fall es in eine Fernsehsendung des landesweiten Senders SKAI geschafft hat, zeigt übrigens, wie groß die Aufmerksamkeit in Griechenland war. Solche Tierschutzfälle schaffen es dort nicht automatisch ins Fernsehen. Agapis Fall hat aufgrund seiner Schwere und der Ermittlungen ein erhebliches Medienecho ausgelöst.

 



 

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